Lennertz & Co. ist ein inhabergeführtes Family Office mit klarem Fokus auf Weiterentwicklung und Wertsteigerung des Vermögens seiner Mandanten.

Hierfür betrachten wir mit unserem mehr als 20 Mitarbeitern umfassenden Team, eingehend und fortlaufend deren Familiensituation, die Unternehmens- und Vermögenslage unter Berücksichtigung der rechtlich und steuerlich relevanten Rahmenbedingungen.

Unsere Investitionsempfehlungen stehen im Einklang mit der persönlichen Präferenz der Mandanten. Dabei profitieren diese von unserer Unabhängigkeit, etwa bei der Einschätzung globaler Investmentopportunitäten, deren Auswahl sowie ihrer diskreten Umsetzung.

Als unternehmerisch agierendes Family Office teilen wir den Anspruch unserer Mandanten auf schnelle, profunde und sichere Entscheidungen. So verfügt Lennertz & Co. über eine Vielzahl von Erlaubnistatbeständen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und unterliegt damit zahlreichen qualitativen und quantitativen Anforderungen sowohl der BaFin als auch der Deutschen Bundesbank.

Unsere Leistungen

  • Unabhängige Gesamtbetrachtung der Familiensituation, der Unternehmens- und Vermögenslage unter Berücksichtigung der rechtlich und steuerlich relevanten Rahmenbedingungen
  • Beratung zur strategischen (langfristigen) und taktischen (kurzfristigen) Vermögensstrukturierung im Einklang mit der persönlichen Präferenz der Mandanten
  • Festlegung einer Zielstruktur für das Gesamtvermögen sowie Definition der Maßnahmen
  • Definition und diskrete Umsetzung der Investmentopportunitäten gemäß der kurz- und langfristigen Zielstruktur für das Gesamtvermögen
  • Unabhängige Einschätzung der Investment-Opportunitäten auf Basis unserer Erfahrung, externer Researchquellen und Expertenmeinungen
  • Auswahl und Koordination von Depotbanken, Vermögensverwaltern und Beratern auf Basis der definierten Zielstruktur für das Gesamtvermögen
  • Identifikation und Umsetzung direkter und indirekter Unternehmensbeteiligungen sowohl in US-amerikanische als auch europäische Venture Capital und Growth Fonds, direkte und indirekte Investments über den Private Equity Fund von Lennertz & Co. in deutsche und europäische Small- und Midcap Firmen sowie Pre-IPO-Investments
  • Zugang zu exklusiven Agrar & Forst-, Infrastruktur-, Mobilien- und Immobilien-Investments
  • Nachfolgeplanung unter Berücksichtigung der steuerlichen Rahmenbedingungen
  • Heranführung der Vermögensnachfolger (Generationsübergang)
  • Erarbeitung einer Family Governance
  • Stiftungsberatung und Stiftungsgründungen, insbesondere Familien- oder gemeinnützige Stiftungen
  • Testamentsvollstreckung
Vermögens-
strukturierung
  • Unabhängige Gesamtbetrachtung der Familiensituation, der Unternehmens- und Vermögenslage unter Berücksichtigung der rechtlich und steuerlich relevanten Rahmenbedingungen
  • Beratung zur strategischen (langfristigen) und taktischen (kurzfristigen) Vermögensstrukturierung im Einklang mit der persönlichen Präferenz der Mandanten
  • Festlegung einer Zielstruktur für das Gesamtvermögen sowie Definition der Maßnahmen
Vermögensentwicklung
und -steigerung
  • Definition und diskrete Umsetzung der Investmentopportunitäten gemäß der kurz- und langfristigen Zielstruktur für das Gesamtvermögen
  • Unabhängige Einschätzung der Investment-Opportunitäten auf Basis unserer Erfahrung, externer Researchquellen und Expertenmeinungen
  • Auswahl und Koordination von Depotbanken, Vermögensverwaltern und Beratern auf Basis der definierten Zielstruktur für das Gesamtvermögen
  • Identifikation und Umsetzung direkter und indirekter Unternehmensbeteiligungen sowohl in US-amerikanische als auch europäische Venture Capital und Growth Fonds, direkte und indirekte Investments über den Private Equity Fund von Lennertz & Co. in deutsche und europäische Small- und Midcap Firmen sowie Pre-IPO-Investments
  • Zugang zu exklusiven Agrar & Forst-, Infrastruktur-, Mobilien- und Immobilien-Investments
Vermögensübergang
  • Nachfolgeplanung unter Berücksichtigung der steuerlichen Rahmenbedingungen
  • Heranführung der Vermögensnachfolger (Generationsübergang)
  • Erarbeitung einer Family Governance
  • Stiftungsberatung und Stiftungsgründungen, insbesondere Familien- oder gemeinnützige Stiftungen
  • Testamentsvollstreckung

Die Geschäftsführung

Philipp Lennertz

Philipp Lennertz gründete im April 2015 als geschäftsführender Gesellschafter die Lennertz & Co. GmbH. Inzwischen blickt er auf eine mehr als vierzehnjährige Berufserfahrung in Family Offices zurück.

Von 2010 bis 2015 war er Mitglied der Geschäftsleitung bei dem Hamburger Family Office Spudy & Co. Zuvor arbeitete er im Family Office UBS Sauerborn, ebenfalls mit Sitz in Hamburg und konnte währenddessen wertvolle Auslandserfahrungen in New York, Hong Kong und Singapur sammeln.

Kontakt

Oliver Piworus

Oliver Piworus stieg im Mai 2015 als geschäftsführender Gesellschafter bei der Lennertz & Co. GmbH ein. Er weist eine über 28-jährige Berufserfahrung in den Bereichen Family Office und Banken auf.

Vor seinem Eintritt bei Lennertz & Co. war er von 2011 bis 2015 bei dem Hamburger Family Office Spudy & Co. tätig. Zuvor agierte er als stellvertretender Niederlassungsleiter in der Hamburger Dependance der Vontobel Europe AG. Zu seinen ersten beruflichen Stationen zählten die Dresdner Bank Lateinamerika AG, die UBS Deutschland AG sowie das Family Office UBS Sauerborn in Hamburg.

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Presse

FAZ
(12/2020)

Diskussion um Sachwertefonds

Vor fünf Jahren sollte der ELTIF Privatanlegern ermöglichen, illiquide zu investieren. Jetzt wird eine Reform diskutiert – und darüber gestritten.

mho. FRANKFURT. Geschlossene Sachwertefonds waren in Deutschland einst bei Privatanlegern beliebt. Aufgrund hoher Kosten und eines Mangels an Transparenz gerieten sie aber in Verruf und haben an Bedeutung verloren. Weil auch in Europa Produkte fehlten, die langfristigen Vermögensaufbau und die Finanzierung von langfristigen Wachstumsprojekten kombinierten, hob die Europäische Union 2015 den „European Long-Term Investment Fund“ (ELTIF) als direkt investierenden Sachwertefonds, vor allem für private und kleinere institutionelle Anleger, aus der Taufe. Im Oktober aber hat die Kommission einen Konsultationsprozess zur Reform begonnen, nicht zuletzt, weil man mit dem Erfolg unzufrieden ist. Europaweit wurden bislang nur 28 Fonds aufgelegt, die insgesamt weniger als zwei Milliarden Euro verwalten.

Die bisher vorgebrachten Verbesserungsvorschläge richten sich vor allem gegen starre Vorgaben. So wird etwa gefordert, keine Laufzeit mehr vorzugeben oder Anteile fortlaufend kaufen und verkaufen zu können. Auch wird gefordert, dass mehr als 30 Prozent in Fonds, auch etwa in Aktienfonds, investiert werden dürfen und Dachfondsstrukturen erlaubt werden. „Ein Dachfonds bietet eine größere Diversifikation und ist im herkömmlichen Gewand auch kostengünstiger“, sagt auch Philipp Lennertz, Gründer des Hamburger Multi-Family-Office Lennertz & Co. Aufgrund der Beschränkungen des ELTIF bestehe so gerade im Private-Equity-Bereich die Gefahr, dass in einen ELTIF „nur die Reste gesteckt würden“.

Viel Lob von Anbietern Die bisherigen ELTIF-Anbieter scheinen vom Konzept dagegen überzeugt. „Wir waren einer der ersten Manager, die mit einem ELTIF-Vehikel auf den Markt kamen, und wir betrachten es als Erfolg“, sagt etwa Torben Ronberg, Portfoliomanager bei Muzinich & Co. Benjamin Fischer, bei Blackrock in Deutschland für Partnerschaften im Privatanleger-Geschäft verantwortlich, sekundiert: „Für uns ist der ELTIF eine Erfolgsgeschichte, die wir auch in Zukunft fortschreiben möchten.“ Auch die Commerz Real, im Commerzbank-Konzern für Sachwertinvestments zuständig, hat im Herbst einen ELTIF aufgelegt. Der „Klimavest“ soll einen positiven Beitrag (Impact) zum Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft leisten, vor allem durch Investments im Bereich der erneuerbaren Energien. „Der ELTIF ist der richtige Ansatz für einen Sachwertefonds“, ist Vorstandschef Johannes Anschott voll des Lobes. „Nach deutschem Recht ist derzeit kein Impact-Sachwertefonds als offenes Vehikel möglich. Der ELTIF setzt höchste Standards, nicht nur im Anlegerschutz, gegenüber der früheren Welt der geschlossenen Fonds, aus der wir frühzeitig ausgestiegen sind. Privatinvestoren wollen so etwas regelmäßig nicht mehr.“

Was ist ein ELTIF? Ein European Long-Term Investment Fund, kurz ELTIF, soll Kleinanlegern ermöglichen, in illiquide Vermögenswerte zu investieren. Die gesetzliche Mindestanlage beträgt 10 000 Euro. Anleger mit einem Finanzvermögen von weniger als 500 000 Euro dürfen maximal 10 Prozent ihres Finanzvermögens in einen ELTIF investieren. Der Fonds muss ein definiertes Fälligkeitsdatum haben. Mindestens 70 Prozent müssen in zulässigen Vermögenswerten angelegt sein: Unternehmensbeteiligungen oder -darlehen, langfristige Wertpapiere oder Anteile an ELTIFs und ähnlichen Fonds (EuSEF und EuVECA). Die Kreditaufnahme ist auf 30 Prozent des Fondsvolumens begrenzt. Die Anteile werden in einem Depot verbucht. Bewertungen erfolgen quartalsweise.

Ein paar Verbesserungsvorschläge haben die Anbieter dennoch. „Unserer Ansicht nach sollten einige Anlagebeschränkungen in der Regulierung geändert werden“, sagt Ronberg. Das erleichtere, Renditen anzustreben, die eine ausreichende Prämie für das geschlossene Format bieten könnten. Er plädiert – nicht als Einziger – etwa dafür, die Aufnahme durch Investitionsobjekte besicherter Kredite in größerem Umfang zuzulassen, vor allem aber für mehr Engagement: „Unserer Ansicht nach sollte die Förderung des ELTIF-Vehikels entsprechend der Art und Weise verstärkt und unterstützt werden, wie Ucits-Vehikel von der Regulierungsbehörde unterstützt werden.“ Kleinigkeiten könne man anpassen, sagt auch Anschott. Die Mindestgrenze von zehn Millionen Euro für einen Vermögenswert sei „entwickelbar“, auch die Begrenzung von Finanzanlagevermögen und die Mindestanlage von 10 000 Euro seien eher zu eng gefasst. „Ein Fonds soll von der Grundidee Normalvermögenden ermöglichen, sich an Vermögenswerten zu beteiligen, die ihnen sonst unzugänglich bleiben“, begründet es der Commerz-Real-Chef.

Kein Blatt vor den Mund nimmt Markus Pimpl, bei der Schweizer Partners Group, Spezialist für illiquide Anlagen, für den ELTIF zuständig. Das Unternehmen gehört zu den ELTIF-Pionieren. „Die Grundidee ist Spitze“, sagt er. „Die Regeln sind sinnvoll und sollten implementiert bleiben.“ Natürlich könne man Dinge verbessern, etwa sei die Voraussetzung „Sozialverträglichkeit“ für Immobilien zu vage formuliert, und die steuerliche Vorzugsbehandlung landesspezifischer Vehikel in einigen Mitgliedstaaten bringe Nachteile für den ELTIF.

Doch mehr als einer Reform bedürfe es der Geduld. Anfangs sei das Produkt auch im Vertrieb erklärungsbedürftig gewesen. Das habe sich geändert, denn das Interesse sei gewachsen, so dass es mitunter nicht mehr um das Was, sondern nur noch um wie und wie schnell zu gehen scheine. Das bestätigt auch Fischer: „Wir sehen, dass am deutschen Markt die Nachfrage nach Privatmarktanlagen in Form des ELTIFs stark zunimmt. Infrastruktur wird für uns das nächste Thema sein, das wir in einem ELTIF anbieten möchten.“

Pimpl wehrt sich vor allem gegen Versuche, das Produkt seines Erachtens zu verwässern. „Es bedarf einiger Voraussetzungen, um einen ELTIF aufzulegen. Das Produkt ist doch nicht gescheitert, nur weil einige es nicht in ihrem Sinne umsetzen können. Es stellt sich allerdings die Frage, inwieweit man das Hauptziel Investorenschutz verwässert, wenn einige, die seit Jahrzehnten nur liquide Fonds aufgelegt haben und sich jetzt öffnen, die Regulierung in ihrem Sinne beeinflussen wollen.“ Dachfondsstrukturen etwa lehnt Pimpl ab: „Die Kommission wollte eine volle Gebührentransparenz über die gesamte Laufzeit, weil es ein illiquides Produkt ist. Das ist absolut legitim, der Kunde soll das wissen. Aber auch bei einem noch so guten Dachfonds ist die Gebührenhöhe bei Auflage unklar, und die zusätzliche Gebührenebene drückt auf die Rendite.“ Aber ein Dachfonds sei eben einfacher zu managen und schneller aufzulegen als ein ELTIF. Doch der Trend gehe davon weg, auch im Private-Equity-Bereich.

Illiquide Anlagen als Kernmerkmal Dass ELTIFs anfänglich hohe Mindestanlagesummen gehabt hätten, habe daran gelegen, dass vermögendere Kunden im Allgemeinen ein besseres Verständnis für ein anspruchsvolles Produkt mitbrächten. Diese Anleger brauchten auch nicht unbedingt einen ELTIF. Lennertz geht noch einen Schritt weiter. „Der klassische Private-Equity-Investor will keine so strengen Regeln für den Anlagemix. Und erfolgreiche Private-Equity-Fonds brauchen auch kein neues Vehikel.“ Aber eben Anleger mit geringerem Vermögen, findet auch Ronberg: „Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der ELTIFs besteht darin, dass sie Zugang zu Anlageklassen bieten, die in der Vergangenheit einer breiteren Anlegerbasis nicht zur Verfügung standen.“ Sinn des ELTIF sei ein reguliertes Produkt für illiquide Anlagen, das den Privatanleger schütze, meint Pimpl. Jetzt sei man so weit, dass dies funktioniere, und es stehe eine Reihe privatanlegerfreundlicher Produkte vor dem Start. „Unser neuer ELTIF hat eine Mindestanlage von 20 000 Euro. Und mit 60 Investments ist er ausreichend diversifiziert.“ Dafür brauche es keine liquiden Anlagen, da gebe es im illiquiden Bereich Vielfalt genug. Liquide Anlagen seien für den ELTIF vielmehr sinnwidrig.

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(11/2020)

Ein Rekordjahr scheint möglich

Seit der Finanzkrise hat Private Equity, also das unmittelbare, umfangreiche Investieren in nicht börsennotierte Unternehmen, sehr an Beliebtheit gewonnen. 2010 flossen global noch 173 Milliarden Dollar in Private-Equity-Fonds, in den vergangenen Jahren jeweils mehr als das Dreifache. Nicht zuletzt das Niedrigzinsumfeld lässt Private Equity Investoren attraktiver erscheinen. „Wer mehr als die reine Geldmarktrendite realisieren möchten, für den führt eigentlich kein Weg an alternativen Anlageklassen vorbei“, sagt Private-Equity-Berater Detlef Mackewicz von der Münchener M&P.

Private Equity verspricht nicht nur höhere Renditen als herkömmliche Aktieninvestments. Die sogenannte Illiquiditätsprämie entgilt den Nachteil, dass man sich von einem solchen Investment nicht so schnell trennen kann wie von einer Aktie. Anleger versprechen sich aber auch eine größere Stabilität ihrer Portfolios. Denn der Beteiligungswert wird nur quartalsweise festgestellt und wird so in geringem Maße von den Schwankungen der öffentlichen Aktienmärkte beeinflusst. Seit dem Jahr 2000 ist das Verhältnis von Private zu „Public Equity“ in den Portfolios institutioneller Anleger von 1,5 auf knapp 4 Prozent gestiegen.

Private Equity wird häufig mit der Spielart der Buy-out-Fonds gleichgesetzt, die Unternehmen ganz oder teilweise übernehmen, immer öfter mit dem Ziel, diese durch operative Verbesserungen wertvoller zu machen und gewinnbringend zu verkaufen. Buy-out-Fonds haben in den vergangenen 30 Jahren typischerweise einen jährlichen Ertrag von mehr als 10 Prozent gebracht, allerdings bei einer immensen Streubreite von mehr als 40 Prozentpunkten. Fonds für Beteiligungskapital brachten mit 6,6 Prozent in den Vereinigten Staaten und in Europa mit nur 3,6 Prozent deutlich weniger ein.

Die Corona-Krise hat auch dem Private-Equity-Geschäft zugesetzt. Rund 190 Milliarden Dollar sind den Fonds laut dem Branchendienst Pitchbook bis Mitte August zugeflossen. Das sei „historisch robust“, klammere man den Rekordzeitraum 2017 bis 2019 aus.

Keineswegs aber ist die Stimmung schlecht. „Der Wertverlust der Fonds von 5 bis 10 Prozent im ersten Quartal wurde bis September aufgeholt. Manche Fonds haben sogar zugelegt. Es ist hier also eigentlich relativ wenig passiert“, sagt Mackewicz. Ältere Fonds seien stärker betroffen, weil sich die Manager zuletzt schon auf eine Krise vorbereitet hätten.

Ferdinand von Sydow, Geschäftsführer bei HQ Capital, dem Private-Equity-Arm der Harald-Quandt-Gruppe, sieht Veränderungen eher in der Struktur des Geschäfts. 60 Prozent der Gelder seien im ersten Halbjahr in bestehende Investitionen und Unternehmen geflossen, in Form zusätzlicher Finanzierungen oder in Zukäufe, sogenannte Add-ons. Das sei ein sehr hoher Anteil und durchaus als Reaktion auf Covid-19 zu sehen. „Auch wir sind hier aktiver. Das Angebot an Ko-Investment-Möglichkeiten ist groß. Aber man muss da wie auch im Sekundärmarkt sehr auf die Qualität achten. Wobei es durchaus lohnt, zu prüfen, ob so manches Add-on, das vor acht oder zehn Monaten noch teurer aussah, nicht attraktiver geworden ist.“

Das Neugeschäft ist indes sehr viel ruhiger geworden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kennenlerntreffen, aber auch die Prüfung von Akquisitionen, die sogenannte Due Diligence, vor Ort nicht oder nur erschwert möglich ist. Die starke Beschränkung der in der Branche so wichtigen persönlichen Kontakte sei am stärksten bei den Verkäufen spürbar, sagt Mackewicz. Laut Pitchbook ist die Zahl der sogenannten Exits von 2212 im Vorjahr auf gerade einmal 776 im laufenden Jahr geschrumpft – weniger gab es bisher nur 2009. Kein Investor wolle Abschläge hinnehmen, daher beschränkten sie sich eben aufs Abwarten und das Portfoliomanagement, bevor harte Entscheidungen getroffen werden müssten, schreiben die Analysten. Philipp Lennertz, Gründer des Hamburger Multi-Family-Offices Lennertz & Co, sieht dies eher pragmatisch. Die Fondsmanager hätten einfach viele Herausforderungen bei den Unternehmen zu bewältigen, ob diese nun unter der Krise litten oder in besonderem Maße profitierten.

Auch neue Fonds-Anbieter haben es schwer. „Wie viele andere setzen auch wir als Investor derzeit verstärkt auf etablierte Geschäftsbeziehungen und konzentrieren uns auf bewährte Partner. Bevorzugt werden vor allem Manager, die schon einmal Krisen gut bewältigt haben. Die Investoren betrachten die Private-Equity-Branche als robust, anpassungsfähig und flexibel. Neuen Spielern fällt es naturgemäß noch schwer, dies nachzuweisen.“

An einem mangelt es der Branche nicht: an Geld. Zwar investierten etwa Pensionskassen und kirchliche Einrichtungen weniger, sagt von Sydow, wohl weil diese zum Teil Einnahmenverluste hätten. Der Andrang sei aber weiter groß. „Neue Anleger haben es mittlerweile schwer, an die Fonds der besten Häuser zu kommen, weil deren Stammanleger nachlegen“, sagt Lennertz. Das setze die Branche unter Kaufzwang. Insofern sei für Fonds, die sich gerade in der Investitionsphase befunden hätten, 2020 ein verlorenes Jahr gewesen. „Der Druck kann unter Umständen dazu führen, dass Entscheidungen getroffen werden, die nicht sinnvoll sind“, befürchtet Lennertz.

Mit Blick auf das kommende Jahr sind die Hoffnungen groß. Lennertz etwa glaubt, 2021 könnte ein neues Rekordjahr werden, während von Sydow momentan noch eine abwartende Haltung bevorzugt. Die großen Chancen werden in der Digitalisierung gesehen. Hier glauben alle Beobachter, werden die angesammelten, nicht investierten Mittel, das sogenannte „Dry Powder“, hinfließen. Eine Tendenz, die vor längerer Zeit eingesetzt hat und durch die Pandemie beschleunigt wurde – fast schon zu sehr, meint Lennertz. Manche Schwierigkeiten werden aber erst auch noch kommen, sagen die Experten. „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist“, zitiert Mackewicz Warren Buffett. „Dann wird sich offenbaren, wo bisher Mängel vertuscht werden konnten.“ Dies werde aber „keine Riesenwelle“ und auch ein länger andauernder Prozess, der erst nach Abklingen der Krise einsetzen werde. Und einzelne Verluste in den Fonds seien aufgrund deren breiter Aufstellung verschmerzbar.

„Es wird damit auch Chancen geben, etwa im Bereich Restrukturierung“, sagt von Sydow. Das werde ab April in Deutschland zum Thema werden, wenn die Konkursmeldungen wieder anliefen, meint Lennertz, der auch politische Unterstützung für ein Engagement der Branche hier sieht. Ähnlich sieht es Jim Barry, für Anlagen zuständiger Vorstand von Blackrock Alternatives Investors, nach den Wahlen mit Bezug auf die Vereinigten Staaten: Im Vergleich zu dem, was bei einem Erdrutschsieg der Demokraten zu erwarten gewesen wäre, dürfte der Umfang und die Höhe eines fiskalischen Stimulus nun geringer ausfallen. „Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dürften sich weiter in die Länge ziehen, woraus sich wiederum Investmentmöglichkeiten in notleidenden Assets ergeben können.“ Private Equity profitiere in unruhigen Zeiten immer von der Preisunsicherheit, resümiert von Sydow. „In einem ruhigen Markt mit voll gepreisten Vermögenswerten ist es schwerer, gute Qualität zu adäquaten Preisen zu finden“. Ein großes Thema würden auch nachhaltige Anlagen. Nur wegen Corona sei es nicht schon 2020 so weit gewesen, meint von Sydow. Die Investoren stünden von allen Seiten unter Druck, auch einen gesellschaftlichen Nutzen ihrer Kapitalanlagen vorweisen zu können.

Wer als Privatanleger in Private Equity anlegen will, hat es nicht leicht. Die Fonds der bekannten Private-Equity-Unternehmen wie KKR oder Blackstone sehen Mindestanlagen im zweistelligen Millionen-Bereich vor. Etwas geringer sind die Summen, mit denen Anbieter wie HQC oder Feri Trust kleineren institutionellen und größeren Privatanlegern den Einstieg ermöglichen. Niedriger sind die Hürden bei spezialisierten Investmentboutiquen wie Circle Eleven oder Fintechs. Der digitale Vermögensverwalter Liqid bietet geschlossene Dachfonds an, das Fintech Moonfare sozusagen Bruchteilsinvestitionen in einzelnen großen Fonds. Indes sind auch hier die Mindestanlagesummen sechsstellig. Fast schon revolutionär ist mit 50 000 Euro die Untergrenze eines Fonds von Schroders. Grund ist nicht zuletzt, dass diese Fonds aufgrund des Anlegerschutzes sogenannten qualifizierten, also letztlich vermögenderen Anlegern vorbehalten sind.

Eine Zeitlang florierten in Deutschland Private-Equity-Dachfonds mit geringen Mindestanlagen. Doch deren Nutzen ist umstritten. Die Verwaltung verursacht zusätzliche Kosten, und viele dieser Dachfonds laufen schon sehr lange. Das mindert die Erträge und zehrt tendenziell die Illiquiditätsprämie auf. Eine Alternative sind Aktien von Private-Equity-Gesellschaften und börsennotierte Indexfonds (ETF) auf diese. Doch dies ist am Ende wieder „Public Equity“, die den Gesetzen der Wertpapiermärkte unterworfen ist. Darüber hinaus gibt es in Großbritannien noch eine Handvoll börsennotierte Investment Trusts. Gegenüber den Aktien von Private-Equity-Gesellschaften bieten diese eine unmittelbarere Teilhabe, sind natürlich aber auch den Gesetzen des Marktes unterworfen. So stürzte etwa der Kurs des BMO Private Equity Trust im Zuge der Corona-Krise von seinem 20-Jahres-Hoch um 45 Prozent ab. Wer sich letztlich für ein echtes Private-Equity-Investment entscheidet, bindet sich langfristig. In den ersten Jahren werden Gelder sukzessive abgerufen, erst nach und nach gibt es Rückflüsse. Auf diese Weise bringt eine Private-Equity-Anlage erst nach einigen Jahren zählbaren Ertrag.

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